Samstag, 8. März 2014

Ich nehme euch mit

...auf meinen langen Sonntagslauf :-)
 
Ich habe lange hin und her überlegt ob ich den Wien Marathon diese Jahr nochmal laufen werde - 3x ist ja eigentlich auch schon genug. Aber ich weiss nicht ob ich dieses Jahr noch die Gelegenheit habe einen (anderen) Marathon zu laufen, deswegen hab ich mich doch dafür entschieden. Noch dazu spricht wirklich nichts gegen den VCM. Ich mag die Strecke, die Organisation ist super (bis auf letztes Jahr, da waren viel zu viele Starter....) und Wien ist noch dazu die näheste Stadt von meinem Heimatort, die einen Städtemarathon veranstaltet.
 
Seit Jänner bin ich "offiziell" im Marathontraining, d.h. eigentlich habe ich nur die längeren Läufe ausgebaut und mehr Tempotraining dazugenommen. Ich werde mal in einem extra Post darüber schreiben, denn heute gehts ja eigentlich um den langen Sonntagslauf von letzter Woche. 30km waren angesagt und so schaut das ganze dann aus (Achtung - die totale Bilderflut!)

Laufkleidung wird schon am Vortag rausgelegt und natürlich muss die Garmin geladen werden. Kaffee trinke ich während ich mich anziehe.

Das esse ich immer bevor es los geht: Banane mit Nussmus und ein Glas Wasser (nicht im Bild). Nach den ganzen Jahren bin ich froh etwas gefunden zu haben, was mein Magen während dem Laufen verträgt und mir genug Energie gibt (jedenfalls bis Kilometer 15 oder so....)

Es sollte zwar ein milder Tag werden, aber in der Früh waren die Temperaturen doch noch um die 1-2 Grad deswegen brauchte ich auch eine gute Pflege für die Haut. Ich verwende (nachdem ich das Gesicht gewaschen habe) immer einen kleinen Klecks Kokosöl. Wenn ich dann gegen den Wind laufe und den Kopf zur Seite drehe, dann rieche ich das Kokosöl immer noch und bekomme großen Hunger.

Für die Energie zwischendurch habe ich ein paar Sachen von Powerbar. Die Shots sind so kleine Gummibälle mit einem flüssigen Kern und dieses Hydrogel kann man ohne zusätzliches Wasser zu sich nehmen. Auch bei diesen Energielieferanten hab ich schon einige Marken ausprobiert und vieles nicht vertragen. Deswegen bleibe ich diesen hier treu. Ist zwar nicht die gesündeste Variante sich zwischendurch Energie zuzuführen, aber ist ja auch nicht so das man sich das jeden Tag reinschiebt.
Die Brustwarzensalbe nehme ich nicht mit sondern creme damit nur ganz dick meine Lippen ein (die werden total schnell trocken) und die Stelle wo der Brustgurt liegt. Dort bekomme ich seit ein paar Wochen nämlich ganz stark aufgeschürfte Haut :-( Dort hatte ich sonst noch nie Probleme, aber mit diesen fettigen Salben (Vaseline, Melkfett, etc.) klappt das ganz gut.  Taschentücher müssen im Winter auch immer mit, meine Nase läuft nämlich ständig.


Und nach knapp 40 Minuten bin ich dann endlich fertig!

Die ersten paar Meter versprechen schon einen schönen Tag. Es war ca. halb 8 und kein Mensch zu sehen. Eh klar für einen Sonntagmorgen.

Ich muss aber zugeben, dass ich nach ein paar Kilometer überhaupt nicht wusste, ob ich den Lauf überhaupt schaffen werde. Ich war gar nicht darauf eingestellt und konnte mich auch nicht richtig in den Lauf "einfinden" wenn ihr versteht was ich meine. Deswegen dachte ich mir "ich schau mal wie weit ich komme und kann immer noch früher umdrehen". Nach 10 Kilometer waren diese Gedanken zum Glück weg. Es ging alles so schnell, ich hab viel nachgedacht (Kopfkino und so...) und deswegen war alles negative und schwere auch nebensächlich.

Langsam ist auch die Sonne hervorgekommen.


 Bei 15 Kilometer hab ich dann kehrt gemacht. Ich bin immer froh wenn es wieder in die andere Richtung geht, obwohl der Lauf dann immer härter und schwieriger wird. Ich versuche auch immer einen negativen Split zu laufen (zweite Hälfte schneller als die erste), d.h. natürlich mehr Anstrengung mit Beinen, die eh schon einige Kilometer hinter sich haben.

Eine Radfahrerin ist mir dann entgegengekommen und hat mich gefragt ob der Hund da vorne mir gehört...na toll, jetzt ist auch noch ein Hund alleine herumgelaufen. Nach meinen Sturz durch einen Hund vor einem Jahr bin ich irgendwie "geschädigt" worden und habe wirklich Angst. Das hatte ich davor nie, kein bisschen. Da sieht man wieder was so ein Ereignis in einem Menschen auslösen kann. Den Hund hab ich dann erst bei einer Wegkreuzung gesehen und er ist zum Glück ohne mich zu beachten in die andere Richtung gelaufen.


Bei Kilometer 20 wollte ich diese Gel nehmen und da dieser supertolle Verschluss nicht gleich aufging hab ich so fest daran gerissen, dass mir die Hälfte von der ganzen Flüssigkeit auf den Boden gespritzt ist. Mein erster Gedanke war "ohhh nein, meine Energie!!!" So ein Mist.

Das waren auch schon die aufregendsten Momente von diesem Lauf ;-) Normalerweise passiert mir so etwas nicht wirklich. Die restlichen Kilometer waren sehr unspektakulär. Irgendwann hat mein linkes Knie zugemacht und meine linke Hüfte hat geschmerzt. Aber das ist alles normal und gehört einfach zu den Zwicken was man (bzw. ich) bei solchen Läufe auch immer habe. Die Bergabläufe sind besonders eine Herausforderung, weil bei längeren Strecken meine Knie nicht mehr mitspielen. Deswegen versuche ich diese so gut es geht in Schlangenlinien runterzulaufen. Das belastet die Knie nicht so sehr.

Das letzte Lauffoto bei Kilometer 27. Die letzten 3-4 sind immer die härtesten. Und ich muss mich echt immer durchbeissen. Hier denke ich einfach an gar nichts mehr, sondern einfach nur ans Laufen - und ich laufe.

Das wars - endlich geschafft :-) Genau, das Gel hat auch meine Jacke versaut.

Zuhause trinke ich erstmal ein großes Glas Wasser und dann noch eines mit einem TL Sole.

Nach den langen Läufen dehne ich nicht sofort sondern gehe zuerst unter die Dusche. Aber vorher muss ich die Haare mit einem Tangle Teezer (hab zwar nur einen Fake, aber der ist auch super) durchkämmen um die ganzen Knoten und Verfilzungen rauszubekommen (Wind, Schweiss, etc. verkleben immer alles).

Das schnellste Post-Run Essen sind Dinkelflakes mit Banane, Kakao und Kaffee. Alles andere würde mir zu lange dauern. Ich breite meine Fitnessmatte aus, stelle alles davor und fange an zu dehnen oder liege manchmal nur herum.

Chillerkleidung - ist ja auch Sonntag

Am Nachmittag hab ich noch ein Fußbad mit Meersalz gemacht, was meinen Füßen immer so gut tut nach einem anstrengenden Lauf. Normalweise hab ich das Meersalz vom dm, aber das hier von Müller ist glaube ich nicht anders. Für ein Solebad müsste ich mehr davon ansetzen, um es für ein Fußbad zu verwenden und ich bin damit eh schon so sparsam. Aber ich finde das Meersalz auch sehr gut! Ganz wichtig, die Füße nach dem Bad nur trockentupfen und ein paar Minuten in eine warme Decke wickeln - das verstärkt noch den Effekt!
 
 Ja, im Großen und Ganzen wars das auch schon. So schaut eigentlich mehr oder oder weniger immer mein langer Sonntagslauf aus. Ich finde Rituale ganz wichtig und auch das beizubehalten, mit dem man klarkommt und das für sich selber am Besten funktioniert. Sei es die Morgenroutine, das Essen, die Verpflegung, etc. Es dauert vielleicht einige Zeit bis man (vor allem als Anfänger) den Dreh raus hat, man muss viel ausprobieren und hat auch nicht immer positive Erfahrungen damit.

Aber genau davon lernt man und man wird besser bzw. das Laufen an sich wird besser und einfacher wenn man weiss, was man braucht. Ich hab auch schlechte Läufe, nicht immer ist alles so rosig und super und "ach, ist das Laufen schön..". Aber ich hatte in letzter Zeit einfach Glück das alles so gut funktioniert und bin wirklich sehr dankbar dafür. Weil ich auch weiss wie es ist, wenn es nicht so ist.

Was macht ihr immer bevor ihr losläuft?

Was macht ihr danach?

Ich wünsch euch noch ein tolles Wochenende - hoffentlich habt ihr auch so schönes, mildes Wetter und könnt was daraus machen!
 
LG, Beauty Runner

Kommentare:

  1. Das war ja ein sehr interessanter Post und eine tolle Idee Deine Leser mal mit auf Deinen langen Lauf zu nehmen! Vor allem auch das "Davor" und "Danach" fand ich spannend.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir, freut mich dass dir der Post gefallen hat :-))

      Löschen
  2. Hallo,
    ich bin LustundLauneLäufer, komme aber nicht über 10 Km hinaus, daher wars echt mal schön, zumindest passiv, bei was längerem dabei gewesen zu sein.
    Danke dafür :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Freut mich dass du auf meinen Blog vorbeischaust - und danke dir auch fürs folgen :-)
      Nach Lust und Laune zu laufen und ohne genauen Plan ist aber auch was schönes. Laufen soll ja in erster Linie Spaß machen und nicht unter Druck setzen. LG

      Löschen
  3. ich liebe liebe liebe diesen eintrag. vielen dank dafür. ich will in den nächsten wochen auch zum ersten mal nach fast 1,5 jahren das laufen wieder versuchen =) kanns gar nicht erwarten. hoffentlich macht mein bein das mit.
    alles liebe leuka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss mich jetzt aber auch bei dir bedanken. Und zwar hab ich deinen Kommentar heute Früh gelesen kurz bevor ich losgelaufen bin, und deine Worte haben mich echt motiviert und ich hab mich wirklich sehr gefreut darüber!
      Ich hoffe es klappt alles mit deinem ersten Lauf und dass vor allem dein Bein mitspielt - drück dir ganz fest die Daumen!! LG

      Löschen
  4. wow 30km. davon bin ich noch weit entfernt, aber ich trainiere auch "nur" auf einen hm ;-) da der vcm schon ausgebucht ist laufe ich eben eine woche später einen kleinstadt-hm :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kati, gut dass du "nur" unter Kommazeichen gesetzt hast, weil auch 21km sehr viel sind, vor allem wenn man die noch nie gelaufen ist. Du kannst also ruhig stolz sein darauf hinzutrainieren :-)
      Ja, der HM beim VCM ist immer ziemlich schnell ausgebucht, genauso wie die Staffel. Vielleicht schaffst du es nächstes Jahr in Wien mitzulaufen! Ich wünsch dir alles Gute für dein Training! LG

      Löschen
  5. Vielen lieben Dank fürs mitnehmen!! Wirklich einen super Post!! :-D

    Im Moment habe ich nicht wirklich irgendwelche Laufroutinen, aber ich hoffe, dass ich nach meiner Prüfung ein wenig "organisierter" trainieren kann ;-) Nach dem Laufen wird bei mir natürlich auch immer gedehnt.
    Was ich absolut nicht verstehen kann, ist wie du 30 km ohne was zu trinken laufen kannst... sobald ich mehr als 10 km laufen will muss der Trinkrucksack immer mit!

    Oh, da freue ich mich schon jetzt drauf, von deinen 4. VCM lesen zu dürfen!! :-)

    Strahlend schön auch hier bei uns! Ich wünsche dir ein schönes Restwochenende!!
    Liebe Grüße Anna

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich danke dir - hab ich doch gerne gemacht ;-)

      Solange die Temperaturen nicht sehr hoch sind klappt das mit dem Nicht-Trinken eigentlich sehr gut, dafür brauche ich eben die Energie in anderer Form. Ich musste aber heute bei meinem Lauf unbedingt Wasser mitnehmen, weil sehr mildes Wetter war - schon in der Früh. Ich hab so einen Trinkgürtel und 2 Flaschen mitgenommen, das hat gereicht. Den Gürtel mag ich zwar nicht so gerne, deswegen möchte ich mri auch einen Trinkrucksack zulegen.

      Ich wünsch dir auch noch einen schönen Sonntagabend! LG

      Löschen
  6. Was für eine tolle Idee für einen Beitrag :-) Und ich habe noch einiges dazu gelernt - vor allem das mit der Brustwarzensalbe für die Stelle des Brustgurts muss ich mal ausprobieren :-)
    Liebe Grüsse
    Ariana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir, die Idee hatte ich schon länger im Kopf. Ich habe nur auf den "perfekten" Lauf gewartet. Ja, die Salbe ist wirklich super - aber wie gesagt, man kann auch jede Art von Fettsalben nehmen. Die schützen eigentlich alle sehr gut gegen Schürfwunden. LG

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...